Harry und Charlotte Grunow

Beschreibung
"Das Ehepaar war in der Hachschara Bewegung aktiv, die jüdische Jugendliche durch Ausbildungsangebote in technischen Berufen sowie in Grundlagenkursen zu Haus- und Landwirtschaft auf die Auswanderung nach Palästina vorbereitete. Vermutlich im Herbst 1939 zogen sie nach Hamburg Rissen, wo sie im Hachschara Heim „Kibbuz Ejm Chayjm“ (Quelle des Lebens) als Leiter des Vorbereitungslagers und als Hauswirtschaftsleiterin aktiv waren.
Wohl bei der Auflösung des Heims gingen sie für kurze Zeit nach Eichow bei Cottbus, wo sich seit Juli 1941 ein weiteres Hachschara-Heim befand. Es fungierte jedoch, wie andere Hachschara-Stätten, zu diesem Zeitpunkt als Zwangsarbeitslager für jüdische Inhaftierte und wurde von SS-Uniformierten mit brutaler Gewalt geleitet.
In den Tagen der „Fabrik-Aktion“ war das Ehepaar Grunow wieder in Berlin. Überliefert ist, dass Charlotte Grunow bereits von September 1941 bis Februar 1943 Zwangsarbeit in Berlin leistete und vor ihrer Deportation kurzfristig untergetaucht war. Beide wurden von hier nach Auschwitz deportiert, Harry Grunow am 1. März 1943, Charlotte Grunow erst sieben Wochen später, am 19. April 1943. Bei beiden ist die Gervinusstraße 20 als Wohnort auf der Deportationsliste vermerkt. [...] Charlotte Grunow überlebte, anders als ihr dort ermordeter Mann
Harry, das Lager Auschwitz Birkenau. ... 1966 starb sie 67 jährig in Helsingborg."
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