Havelberg

Weitere Namen
Jagdgehöft Barella
Art der Stätte
Reguläre Hachschara
Eröffnung
1934/1935
Schließung
31.07.1941
Kurzbeschreibung
1934 wurde auf dem einem Jagdgehöft die Umschichtungsstelle Havelberg errichtet. Zunächst galt der Betrieb wohl der Umschichtung von Frauen und Männern, später wurde das Gut in Hachschara-Kibbuz Havelberg umbenannt. Havelberg verfügte über rund 50 Ausbildungsplätze im Bereich der Land- und Viehwirtschaft, der Gärtnerei und Hauswirtschaft sowie im Handwerk.
Das Grundstück gehörte dem Berliner Rechtsanwalt Siegfried Freund, organisatorisch unterstand die Hachschara-Stätte dem Makkabi Hazair. 1938/1939 arbeitete Alfred Selbiger als Madrich vor Ort, unterstützt von Erika Katz, die er Anfang 1939 heiratete. Selbigers Nachfolge übernahm Artur Posnanski, der die Leitung bis zur Schließung innehatte. Am 31. Juli 1941 wurde auf Anweisung des NS-Regimes der Pachtvertrag für das Gut beendet, die noch verbliebenen Bewohner:innen kamen ins Landwerk Neuendorf, das von den Nationalsozialisten in ein Zwangsarbeitslager und Sammelstelle für junge Jüdinnen:Juden umfunktioniert worden war.
Seit 2019 erinnert eine Gedenktafel in der Nähe des ehemaligen Jagdgehöfts an den Hachschara-Kibbuz. Das Grundstück befindet sich im Besitz von drei Familien.
Zugehörige Personen
Freund, Siegfried (Eigentümer:in)
Posnanski, Artur (Leitung)
Horn, Richard (Leitung)
Berg, Heinz (Leitung)
Quellen und Hinweise
Eliyahu Kutti Salinger: "Nächstes Jahr im Kibbuz". Die chaluzische Jugendbewegung in Deutschland zwischen 1933 und 1943, Paderborner Beiträge zur politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Weiterbildung : Neue Reihe. Paderborn: KoWAG Universität Paderborn 1998.

Empfohlene Zitation

Wiebke Zeil, Havelberg, in: Hachschara als Erinnerungsort. <https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/77> [16.06.2026].

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