Gehringshof

Art der Stätte
Reguläre Hachschara
Kurzbeschreibung
Nachdem 1931 der Pachtvertrag für das Gut Rodges ausgelaufen war, zog die Hachschara-Stätte samt Belegschaft auf den nahe gelegenen Geringshof um. Dieser bot noch einmal bessere Arbeitsbedingungen als das vorherige Gut. Im Verlauf der 1930er Jahre konnte er sich zu einer der größten Hachschara-Stätten entwickeln. Im Anschluss an die Novemberpogrome 1938 wurde das Gut sukzessive in ein Zwangsarbeitslager umgewandelt. Im Herbst 1941 wurde die Stätte geschlossen.
Am 24. Juni 1945 richteten jüdische Überlebende aus dem KZ Buchenwald den Kibbuz Buchenwald auf dem Geringshof ein. Zuvor hatten sie eine Hachschara-Stätte auf dem Landgut Egendorf bei Weimar errichtet, mussten dieses nach kurzer Zeit wieder verlassen, da Thüringen Ende Juni 1945 Teil der sowjetischen Besatzungszone wurde. Bereits 1945 verließ die erste Gruppe den Geringshof und wanderte in das damalige Mandatsgebiet Palästina ein, um dort den Kibbuz weiter auszubauen.
1948 erwarb die Arbeiterwohlfahrt den Hof und nutzte diesen als Ferienheim für sozial benachteiligte Kinder. Ab 1983 fungierte er als Übergangswohnheim für Asylsuchende. Seit 2001 steht der Geringshof leer, das Gelände befindet sich 2015 in Privatbesitz und wird landwirtschaftlich genutzt. Im Frühjahr 2025 wurden Bestrebungen bekannt, in der ehemaligen Hachschara-Stätte einen Gedenk- und Bildungsort zu errichten.
Zugehörige Personen

Empfohlene Zitation

Wiebke Zeil, Gehringshof, in: Hachschara als Erinnerungsort. <https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/49> [16.06.2026].

Adresse

Karte