Bomsdorf b. Gräfenhainichen

Type of Hakhshara
regular Hakhshara
Founded
Opened
Abstract
Das Gut Bomsdorf befand sich seit 1931 im Besitz des Berliner Kaufmanns Elias Steiner. Bereits vor der Nutzung des Hofes als Umschulungs- und Ausbildungsstätte, fungierte Bomsdorf als Erholungsstätte für jüdische Kinder und Jugendliche aus Berlin. Die Verwaltung des Gutes oblag Paul Hainke, der später auch die Leitung der landwirtschaftlichen Ausbildung übernahm.
Anfang Mai 1935 unterzeichnete Steiner einen Vertrag über die Nutzung des Gutes für die Hachschara mit dem Hechaluz, der daraufhin die Hachschara auf dem Gut organisierte. Die Ausbildung fand in der Land- und Viehwirtschaft statt, für die jungen Frauen war vor allem die Arbeit in der Geflügelzucht, der Hauswirtschaft und im Kuhstall vorgesehen. Zwischen Ende 1935 und 1936 übernahm der religiös-zionistische Bachad die Leitung der Hachschara-Stätte. Ende 1937 befanden sich 35 Auszubildende auf dem Gut, darunter auch jüngere Jungen und Mädchen. Bomsdorf zählte inzwischen auch zu den Stätten der Mittleren-Hachschara. Die pädagogische Leitung übernahm zwischen 1937 bis zu seiner Alija 1938 Judas Wolf (Zeev) Berlinger vom Bachad, der zuvor in Steckelsdorf tätig gewesen war.
Während der Novemberpogrome 1938 wurde beim Überfall auf Bomsdorf ein Auszubildender von der SA ermordet, die männliche Belegschaft, die älter als 18 Jahre war, im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Die Hachschara-Stätte Bomsdorf wurde anschließend aufgelöst.
2004/2005 wurden die Gebäude des ehemaligen Gutes abgerissen und das Grundstück mit Einfamilienhäusern bebaut.
Related Persons
Literature
Hubertus Fischer: Bomsdorf und der Bachad. Rekonstruktion einer religiös-zionistischen Hachschara, in: Sachsen und Anhalt. Jahrbuch der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt 31 (2019). pp. 167–192.

Recommended Citation

Wiebke Zeil, Bomsdorf b. Gräfenhainichen, in: Hakhshara as a Place of Remembrance. <https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/en/site/66> [July 28, 2026].

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